Bildschirmfoto 2015-03-25 um 23.50.25 Reise

Medien zum Absturz der Germanwings 4U9525- es ist einfach widerlich


Bild (c) Germanwings

Update: TV Sender und Boulevard Blätter- die Geister die wir riefen? abscheulicher geht es kaum

Es ist der wohl schwärzeste Tag und damit meine ich nicht für die Lufthansa, die Luftfahrtindustrie oder gar den Börsenkurs, sondern der schlimmste Tag für die Angehörigen der 144 Passagiere und 6 Crewmitglieder, welche heute auf der Maschine von Barcelona nach Düsseldorf waren und für die es der letzte und schlimmste Tag ihres Lebens war.

Als ich heute Vormittag im Auto Berlin verlies um zu meinen Kindern nach Hause zu fahren, da las auch ich zuerst auf Twitter von dem schrecklichen Unglück. Ich glaube nicht das man sich als „Nicht direkt Betroffener“ auch nur ansatzweise vorstellen kann, was Angehörige fühlen und empfinden. Angehörige und Freunde die am Flughafen in Düsseldorf gestanden haben oder auf dem Weg dorthin erfahren mussten, das die Maschine in den französischen Alpen abgestützt ist und somit die Mutter, der Vater, der Sohn oder die Tochter nie mehr zurückkommen werden, werden Bestürzung und Trauer empfinden, welche wir uns niemals vorstellen können.

So schnell wie sich die Nachricht über den Absturz verbreitete, so schnell konnte man auch sehen wie sich der Sensationsjournalismus von seiner schlimmsten Seite zeigt. Nicht nur selbsternannte Experten der Luftfahrt fühlen sich berufen ihre Spekulationen kund zu tun. Schlimmer noch, die Nachrichtenredaktionen suchen anscheinend händeringend nach irgendjemanden den man befragen kann, sogar Planespotter befragt man zum A320- unglaublich. (Wobei einige von den Spottern sicher mehr Wissen haben, als andere heute befragte „Experten“) Da könnte man auch mich zu Molekularbiologie befragen, mein Kenntnisstand wäre wohl vergleichbar.

Aber es gab auch Ausnahmen. Rangar Yogeshwar, ebenfalls Moderator, hat es vorgezogen sich diesem Wahnsinn zu entziehen. So schreibt er auf Facebook:

GW_Rangar_Y_FB

Auch Stefan Raab, von dem ich sicher kein großer Fan bin, sagt seine Sendung heute Abend ab und kommentiert dieses kurz mit „weil es an so einem Tag nichts zu lachen gibt.“- mein Respekt dafür hat er.

Doch leider ist es in der Masse der Medien nicht so, damit meine ich keineswegs nur die deutschen Medien, auch BBC und andere ausländischen Medien zeigen teils unverpixelte Bilder der Angehörigen und machen sich überhaupt keine Gedanken über deren Trauer und Privatsphäre. Es ist eine Schande und ein Armutszeugnis zugleich, hat so gar nichts mit sauberer Recherce zu tun, Hauptsache Quote, Quote, Quote!

Dabei sind die „Spielregeln“ klar, denn im Pressekodex des deutschen Presserates heisst es:

Richtlinie 8.2 – Opferschutz
Die Identität von Opfern ist besonders zu schützen. Für das Verständnis eines Unfallgeschehens, Unglücks- bzw. Tathergangs ist das Wissen um die Identität des Opfers in der Regel unerheblich. Name und Foto eines Opfers können veröffentlicht werden, wenn das Opfer bzw. Angehörige oder sonstige befugte Personen zugestimmt haben, oder wenn es sich bei dem Opfer um eine Person des öffentlichen Lebens handelt.

Richtlinie 8.3 – Kinder und Jugendliche
Insbesondere in der Berichterstattung über Straftaten und Unglücksfälle dürfen Kinder und Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres in der Regel nicht identifizierbar sein.

Richtlinie 8.4 – Familienangehörige und Dritte
Bei Familienangehörigen und sonstigen durch die Veröffentlichung mittelbar Betroffenen, die mit dem eigentlichen Gegenstand der Berichterstattung nichts zu tun haben, sind Namensnennung und Fotoveröffentlichung in der Regel unzulässig.

Doch gestern hatte ich das Gefühl die Devise „erst senden, wenn sich einer beschwert hatten wir die Quote dennoch“ herrschte vor. Es schert Sender, egal ob privat oder öffentlich rechtlich einen Scheiß, ob Angehörige am Flughafen DUS gezeigt werden, es schert sie einen Dreck ob diese Bilder die nächsten Jahre, gar Jahrzehnte im Netz auffindbar sind.

Besonders widerlich sind die Reporter, die sich vor der Schule in Haltern „postieren“, warten auf Eltern der gestorbenen Kinder, warten auf Lehrer, eigentlich auf „irgendwen“, Hauptsache es gibt „Bilder von weinenden Menschen“. Ich warte nur auf „Klassenfotos“ Die BILD hat es natürlich auf der Startseite oder sonst irgendetwas persönliches der Opfer, was irgendein sensationsgeiler Reporter wieder irgendwo her hat.

Wer gestern bei mir auf Twitter mitgelesen hat, der kann noch einige solcher „Fundstücke“ finden, kann sehen wie sich „Qualitätsmedien“ in eine fragwürdige Ecke bringen und es mit Pietät und Rücksichtnahme nicht weit her ist.

Das schlimmste was ich aber heute sehen musste, waren die Tagesthemen der ARD. Caren Miosga stellt ihrem Gegenüber Fragen, zu denen fällt einem nichts mehr ein.

„Als Sie die Unglücksstelle sahen, was ging Ihnen durch den Kopf.“

Und es wurde nicht besse in den Tagesthemen der ARD:

„Wir hatten bisher immer die Illusion, das sowas in deutschen Flugzeugen nicht passieren kann“.

Was bitte ist das für ein Schwachsinn? Sowas regt mich maßlos auf und das deshalb, weil hier Menschen mit Halbwissen und null Anstand Gerüchte und Spekulationen in die Welt setzen und Fragen stellen, die einfach unpassend und unangebracht sind.

Auch Sätze wie „besonders tragisch, auch 67 Deutsche…“ bitte was liebe Medien? Ist der deutsche, getötete Passagier anders zu bewerten, wichtiger oder sind andere unwichtiger? Sowas erwarte ich von Medien wie berühmten Skandalzeitungen oder Trash TV, aber ich dachte ARD und ZDF wären etwas objektiver und weiter weg von solchen Meldungen- leider wurden wir heute eines besseren belehrt.

Aber auch außerhalb der Medien, von solchen „Personen des öffentlichen Lebens“ gibt es so Statements, wo man sich fragte ob das Hirn vorher ausgeschaltet wurde oder schlichtweg eine Windung fehlt. So geschehen durch den CDU Bundestagsabgeordneten Karl-Georg Wellmann, wie man hier sehen kann…

Screenshot (c) Facebook Karl-Georg Wellmann

Screenshot (c) Facebook Karl-Georg Wellmann

Da kann man nur hoffen, niemals neben solchen Menschen im Flieger sitzen zu müssen und vielleicht sollte, so ein twitter Nutzer heute, Germanwings vor Hr. Wellmann warnen. Es ist unglaublich wie hier ein Politiker eine Fluggesellschaft verurteilt, wo er doch vom Thema anscheinend so gar keine Ahnung hat. Ich empfehle dem Herren das, was auch den Medien gut zu Gesicht steht: RECHERCHE!

Was erreicht man mit solcher Art der Kommunikation?

Nichts, nur Verunsicherung und zusätzliche Panikmache. Menschen haben neben einem unguten Gefühl sogar Angst nun in ein Flugzeug zu steigen und Eltern müssen ihre Kinder beruhigen, wie man auch hier bei Jo lesen kann.

Menschen werden zusätzlich verunsichert, es werden Horrorszenarien gesendet und einige TV Sender senden ein „Best of der Flugzeugabstürze“. Hallo? Geht’s noch? Was geht in den Köpfen solcher Redakteure und Entscheider vor? Nichts wahrscheinlich, denn denken kann da nicht sein. So wird der A320, ein mit über 6000 Mal gebautes und erfolgreiches Flugzeug nun plötzlich zu einem „Todesflieger“. Fragen wie „wie sicher ist die A320“ sind genau so unsinnig wie der Vergleich mit anderen Flugzeugunglücken, aber das kommt ja bei den Sendern nicht an.

Da werden Beiträge eingeleitet mit Sätzen wie „Eigentlich ist das Unglück XY nicht mit dem Absturz vergleichbar, aber…“ oder „wir haben überlegt ob wir diesen Beitrag senden, aber…“ In solchen Fällen möchte ich den Satz mit „…. dann sendet solchen Mist nicht“ oder „dann denkt doch vorher einmal, auch nur ein einziges Mal“ nach.

Liebe Medien, Journalisten, Presseleute…

tut uns doch allen einen großen Gefallen und informiert Euch und recherchiert vorher und nicht nur über die Ereignisse, sondern schaut auch nach wen ihr denn so als „Experten“ einladet. Es ist unzumutbar zu sehen, was hier für eine stümperhafte Recherche teilweise betrieben wurde. Spekulationen warum sich der Pilot nicht gemeldet hat, warum die Maschine am Tag zuvor am Boden war, warum dieses oder jenes passiert ist.

Wir werden es nicht erfahren, nicht heute Abend und nicht morgen früh! Wir werden erst dann klarer sehen können, wenn die Ergebnisse der BlackBoxen ausgewertet werden konnten und vielleicht nicht einmal mehr dann.

Es muss eine absolute Qual für alle Angehörigen der Opfer sein, ständig, immer und immer wieder irgendwelche Spekulationen zu hören.

Gleiches gilt für die Politik. Anteilnahme ist wichtig, es ist wichtig für Menschen die einen geliebten Angehörigen verloren haben zu wissen, das sie nicht allein sind. Aber warum in Gottes Namen muss ein deutscher Politiker, egal ob Minister oder was auch immer, nach Frankreich fliegen? Dort geht es dann mit dem Hubschrauber über die Unglücksstelle um dann nach Deutschland zurück zu kehren?

Ich bin- zum Glück- nicht persönlich betroffen, kann mir aber nicht vorstellen das es mir als Angehörigem helfen würde. Wie jeder seine Trauer bewältigen kann ist sicher sehr persönlich, wenn ich aber das Gefühl habe es ist nur Quote und Erhaschen von „ich war auch da Bildern“, dann kommt mir die Galle hoch. Ich finde es einfach unpassend um nicht zu sagen widerlich.

Und ein Gedanke sei mir noch erlaubt…

Solche Unglücke gehören zu dem Schlimmsten was einem Menschen passieren kann, der Verlust eines geliebten Menschen. Aber wie viele Menschen sterben Tag für Tag bei Kriegen, Unfällen und Katastrophen über die viel zu wenig berichtet wird? Wie viele Kinder sterben jeden Tag in Afrika ohne jede Notiz?

Für die nächsten Tage…

wünsche ich den Angehörigen und sonst Betroffenen viel Kraft um das erlebte zu verarbeiten und vor allem auch eine schnelle Aufklärung, denn nichts ist für viele Menschen wichtiger als Gewissheit zu haben. Gewissheit über das, was passiert ist und auch darüber ob und wie die Passagiere dieses vielleicht noch mitbekommen haben. Einen Flug über mehrere Minuten abwärts stelle ich mir- für Passagiere und Piloten- absolut grausam vor.

Ich fliege bekanntlich sehr viele. Mehr als 400 Flüge im Leben, mehr als 25 in diesem Jahr und werde es auch weiterhin tun. Das Flugzeug ist das sicherste Verkehrsmittel, daran ändert auch dieser schreckliche Unfall nichts.

Den Medien stände es gut zu Gesicht nicht zu spekulieren, sondern zu recherchieren und alles nicht noch schlimmer zu machen, als es für die Angehörigen eh schon ist.

Und wie bereits mehrfach heute gesagt und geschrieben, mein größter Respekt gebührt allen Piloten und Crew Mitgliedern die auch nach einem solchen Ereignis ihre Passagiere sicher und professionell zu ihren Zielen bringen. Gleichen Respekt verdienen aber auch all die Piloten und Crews, welche „nicht fliegen wollen“- wie heute die ARD meinte. Nein, es sind verantwortungsbewusste Menschen, welche sich nicht in der Lage sehen heute die Verantwortung für mehrere hundert Menschen zu übernehmen. Natürlich ist ein ausgefallener Flug ärgerlich, aber möchte ich in einem Flugzeug sitzen, wo der Pilot sich unwohl fühlt? Da bin ich froh über so eine Entscheidung zu sagen „ich fliege heute nicht.“ Warum? EGAL! Es ist SEINE Entscheidung, er allein und jedes Mitglied der Kabinencrew muss für sich entscheiden ob sie heute, morgen oder nächste Woche wieder fliegen können und die Verantwortung für die Passagiere übernehmen.

Und natürlich all den Rettern- es ist sicher mit der schlimmste Anblick, der sich einem bieten kann, wenn man heute an der Unglücksstelle bei der Bergung dabei ist oder sein muss. Daher sollten wir neben all der Trauer auch nicht vergessen, wie wichtig solche Menschen sind, Menschen die sich „das antun“ um anderen zu helfen, um Angehörigen Gewissheit zu geben und auch nur die Chance zu geben irgendwann die sterblichen Überreste beerdigen zu können.

Auch all die Menschen sollten wir nicht vergessen, neben Seelsorgern, Helfern und all denen die einfach „nur da“ sind.

Sachliche Infos (in englischer Sprache) auf Aviaton-Herald

und zur Presse, gute Ausarbeitung im BILDblog

Ergänzen möchte ich noch eins. Der widerliche Artikel von Wagner in der BILD (LINK) ist an Geschmacklosigkeit nicht mehr zu überbieten. Allein die Anrede „Liebe Absturz Opfer“ muss ein Schlag ins Gesicht für jeden Angehörigen sein. Daher unterstütze ich die Petition, ob es was bringt weiss man nicht, aber nichts tun ist auch der falsche Weg.

LINK zur TEILNAHME AN DER PETITION KLICK!

(c) Bild Zeitung, Screenshot 26.11.2015

(c) Bild Zeitung, Screenshot 26.11.2015

Update: TV Sender und Boulevard Blätter- die Geister die wir riefen? abscheulicher geht es kaum


32 Kommentare on Medien zum Absturz der Germanwings 4U9525- es ist einfach widerlich

  1. Torsten Maue

    Hallo Sven,

    ich gebe dir recht mit deiner Kritik. Übrigens hat mich dein Gedanke, daß woanders täglich Menschen unbemerkt sterben, mal vor knapp 14 Jahren den Job gekostet. Wegen „Gefühlskälte“. Damals hatte ich in einer Bank gearbeitet und es ging um den Anschlag in New York.

    Aber bezüglich der von dir geäußerten Kritik möchte ich noch etwas ergänzen. Es gibt noch etwas was erschreckend ist: die Sensationslust der Menschen selbst. Alleine der Twitteraccount von Germanwings hat in den letzten 24 Stunden rund 28.000 neue Follower bekommen und mir kann niemand erzählen, daß das alles Angehörige der Opfer sind oder Leute die in den kommenden Tagen/Wochen mit Germanwings fliegen wollen/müssen. Und genau diese Menschen sind es, nach denen die Medien sich ausrichten und denen sie diverse Fotoklickstrecken und ellenlange Artikel ohne wirkliche Neuigkeiten präsentieren.

  2. Martina Sevecke-Pohlen

    Ich stimme Dir zu. Außerdem werde ich das Gefühl nicht los, dass anfangs die Hoffnung bestand, es könnte sich um einen Anschlag handeln. Dann wären die Schuldigen bei der mittlerweile klar definierten Gruppe der „Anderen“ zu suchen, nicht aber bei einem deutschen Unternehmen technischen Fehlern. Dass Schlimmste ist, dass diese Berichterstattung die echten Gefühle über den Absturz wegschiebt.

  3. Michael

    Zu den Politikern an Unglücksorten sei noch ergänzt: Sie sind dort so notwendig wie ein Kropf. Die Helfer/innen müssen zu ihrer schweren, oftmals ehrenamtlichen Hilfe auch noch auf das Wohlergehen dieser Volksvertreter achten. Diese und auch ihre Aufpasser stehen nur im Weg rum, dreschen Phrasen und wichtig ist ihnen nur, der Situation angepasst, gut beim „Wahlvieh“ anzukommen.

  4. Rolf

    Ich kann Dir nur zustimmen mit allem was Du geschrieben hast.
    Ich find es auch gut das Du die Mediengeilen Politiker erwähnt hast. Dabei geht es meiner Meinung nach nicht um Mitgefühl sondern nur um Sensationsgier und schön in den Medien zu sein. Würde ein „Normalo“ bei einem Unfall so agieren würde er Wahrscheinlich bestraft aber er ist ja auch nicht mit Steuergeldern zur Unfallstelle.

  5. Stefan

    Deine Ausführungen sind alle treffend, uns alle eint aber eines: wir sind alle Konsumenten dieser angebotenen Informationen. Da alle Medien, auch die Öffentlich-Rechtlichen, Wirtschaftsunternehmen sind, richtet sich die Berichterstattung hier eben auch nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage. Dabei haben die Medienunternehmen die verschiedensten Zielgruppen im Blick. Je nach Nachfrage der Gruppe (zum Beispiel Alter, Bildungsgrad, Einkommen) entsteht das was hier in den verschiedensten Kanälen präsentiert bekommen. Der ein oder andere Ticker ist dann nebenbei schon mal mit BannerAds für den nächsten Billig-Urlaub belegt.

    Es ist ne kranke Welt, derer wir uns nur entziehen können wenn wir dem bekannten Aufruf am Ende seiner Sendung Löwenzahn, Peter Lustig folgen: „Abschalten“.

  6. Kai Zimmermann

    Danke Sven, es ist eine reine Wohltat, mal so klare und ehrliche Worte zu lesen. Dem ist nichts hinzuzufügen, außer das auch meine Gedanken bei den Opfern und den Hinterbliebenen sind. Letztere müssen neben der Trauer mit der Tatsache leben, das nichts mehr so sein wird, wie vor diesem schrecklichen Unglück.

  7. Rita

    Es scheint bei vielen unserer Journalisten nur noch wichtig zu sein, auf billigste Art „Action und Panik“ den Menschen zu vermitteln. Unseren Politikern die sich in einem solchen Unglücksfall noch einen Unvergeßlichkeitgrad der Bekannt-u. Beliebtheitsskala erhoffen, kann man nur wünschen, dass die Wähler solche Personen endlich entlarven und in die Wüste schicken.
    Allen Medien sei gesagt, auch ARD und ZDF, macht Eure Arbeit für die wir alle viel Geld (Rundfunkgebühren) oder vergeudete Zeit für Werbung in Privstsendern. Laßt diesen primitiven Skandaljornalismus!
    Es überkommt mich immer wieder das Gefühl, dass dieser schlechte Journalismus gezielt gesteuert und von anderen heiklen Themen ablenken soll – nach dem Motto: endlich wieder etwas zu berichten was auserlesenen Journalisten beim Karriere machen nicht schaden kann. (Siehe auserlesene Berichterstatter bei der Eröffnungsfeier der EZB – ist das bereits systemrelevante Steuerung? Es ist einfach nur – widerlich -, denn eine wirkliche Anteilnahme am Unglück der betroffenen Angehörigen ist das nicht.

  8. OnePerson

    Danke….
    Die Reporter aus aller Welt, fangen die Kinder vor der Schule ab und Bieten ihnen Geld, das sie weinend vor der Kamera stehen, heimlich Filme und Fotos von der Trauerfeier in der Aula machen…usw…..einfach nur widerlich…

  9. mausi

    was ich noch schlimmer finde ist der sensationstourismus der politiker, wenn sie sich wenigstens wirklich OHNE medien mit den angehörigen unterhalten würde, und wirklich beistand leisten würden, dann könnte ich das noch verstehen, aber so, man fliegt hin, schaut und gafft und dann ist man wieder weg und das auf kosten der steuerzahler -ansonsten ist dem nichts hinzuzufügen – danke

  10. Ebbo Schernikau

    Sehr treffend formuliert! Vielen Dank an dieser Kritik an einer Zumpft die doch so wichtig ist für unsere politisches System. Qualität geht über Quantität, das gilt allerdings auch für alle Zuschauer!

  11. meine2cent

    Danke, das spiegelt genau meine Meinung. Wir haben im Kollegenkreis genau darüber jetzt schon mehrfach gesprochen und ich habe niemanden sagen hören, „Frau Merkel muss da hin“ oder „ich will das aber alles sehen/lesen, was die da spekulieren“ …

    Da kommt bei mir ernsthaft die Frage auf, bei was für minderbemittelten *hüstel* eigentlich diese Boxen stehen, die das TV Konsumverhalten auswerten? Das mit den Quoten ist doch alles humbug.

    So, als dann, ich hoffe wirklich immernoch, dass sich in unseren Medien mal was ändert. Aber solange es Sender wie RTL gibt…. wohl nicht. Schade, dass man denen sogar sogenannte „Nachrichtensender“ erlaubt.

  12. MvG

    …und darüber hinaus ist es geradezu menschenverachtend, wenn im gleichen Atemzug, weitestgehend sogar im gleichen Satz, mitgeteilt wird, dass die Aktien von Lufthansa nach bekanntwerden des Unglücks um x% gesunken sind. Offensichtlich ist das für einen relevanten Teil unserer Gesellachaft das größere Unglück.

    (zB. NTV: „+++ 12:26 Aktien von Lufthansa und Airbus fallen +++
    Die Aktien des Germanwings-Mutterkonzerns Lufthansa und des Herstellers Airbus geraten an der Börse unter Druck. Lufthansa-Papiere geben in Frankfurt mehr als 4 Prozent nach, Airbus büßen 2,4 Prozent ein. „Weil bislang noch alle relevanten Infos zu dem Absturz fehlen, werden beide Aktien verkauft“, sagt ein Händler.“)

  13. Frank

    Hallo
    Das was hier geschrieben wurde, würde ich gerne noch ergänzen. Unsere Medien, ob Funk, Fernsehen, oder Zeitungen auch das Internet sind in diesen Sachen nur Selbstsüchtig. Nur um was zu Berichten wird irgendetwas an den Haaren herbeigezogen und jeder war dabei. Es ist sehr traurig was da passiert ist, mir tun die Angehörigen sehr leid. Es wird in diesen Fall von den Medien nichts respektiert. Bei den Menschen die Angehörige aus unerklärten Gründen eines schweren Autounfalls verloren haben, stehen Sie nicht vor der Tür. Da gibt es keine Fragen warum es gescha. War das Auto Schuld, Die Werkstatt , der Hersteller des Wagens oder der Fahrer selbst. Über 4000 Menschen sterben Jedes Jahr auf der Strasse. Fragt man die Angehörigen was dachten Sie als Ihr Sohn Hingerichtet wurde von der IS. Jetzt frage ich mich, reicht es nicht, den Angehörigen unsere Trauer und Mitgefühl zu Bekunden , fragen wie man Ihnen Helfen Kann , vor allen dann auch zu helfen. Das Interessiert leider nicht, das bringt keine Einschaltquoten , kein Geld. Arme Medien , armes Deutschland.

  14. Matthias

    Das ist ein generelles Problem der Medienberichterstattung, dass sich durch alle Sender zieht bis hin zur Regionalberichterstattung in den Dritten, wo z.B. im HR bei Bränden, Morden etc. Nachbarn vor der Kamera befragt werden, um Ihre Spekulationen zu äußern.

    Ich würde mir eine sachlichere neutralere faktenbasierte Berichterstattung wünschen, die lieber mal auf Bilder oder Interviews verzichtet…

  15. Christian

    Der Grundgedanke des Artikels passt schon. Allerdings tauchen auch hier ein paar Ungereimtheiten auf. Sie sprechen von ausländischen Sendern, die unverpixelte Aufnahmen zeigen und zitieren anschließend den deutschen Pressekodex?
    Und falls Ihnen erst jetzt, durch dieses Unglück, klar wird, dass ARD und ZDF genauso subjektiven und vom Staat bzw. von Lobbyisten gelenkten Journalismus betreiben…sorry…dafür fehlt mir jegliches Verständnis.
    Zu guter Letzt noch der fade Beigeschmack den das Gesamtbild hinterlässt. Sie wettern gegen Medien und Journalisten, die sich durch Berichterstattung einen Vorteil erhoffen (Klicks, Views, steigende Verkäufe, etc.). Dennoch posten auch Sie regelmäßig auf Twitter bzw. hier auf Ihrem Blog und versprechen sich dadurch ebenfalls einen Vorteil…
    Aber das nur am Rande und als kleiner Denkanstoß 😉
    Wie gesagt: grundsätzlich bin ich Ihrer Meinung.

    • Hallo Christion,
      danke für den Hinweis. Und nein, ich „profitiere“ sicher nicht davon, oder sehen Sie etwas kommerzielles im Blog (lassen wir das kleine Amazon Widget mal außen vor)
      Und ja, ich bezog mich auf den Pressekodex, weil ich hier von ARD und ZDF Beispiele Zitierte,

  16. Flo

    Ich hätte diese Gedanken bis zum Ende gelesen, ich finde sie sehr lobenswert und beruhigend. Die teilweise unverständliche Formulierung, der zweideutige Satzbau und die simplen Fehler brachten mich aber zum Schluss, dass schreiben in diesem Fall ein Mehrwert ist.

  17. Fox Bernhard

    Hallo Sven, absolut richtig ! In einem BRENNPUNKT nach dem anderen zeranalysiert man die Katastrophe. Dann bedankt man sich für die „persönlichen Einschätzungen“ – also nichts als Kaffeesatzleserei irgendwelcher Kamerageilen Kommentarsprecher oder Fachleuten, die Ihren Tragiksenf dazu ablassen müssen, in der Hoffnung Ihren eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern. Und dann kommen noch die Medienwirksamen “ Wir sind bei Euch“ Bekundungen von Promis und Politikern in sämtlichen Socialnets um beim Wahlvieh einen guten Eindruck zu machen. Unsere Presse nutzt die immer so viel gerühmte Pressefreiheit bei weitem schon über Gebühr.

  18. Alexander

    Lieber Sven, ich stimme deinem Bericht in vielen Punkten zu. Allerdings sollte man drauf achten, wenn man derart kritisch schreibt, dass eigene Geschriebene genau zu überprüfen. Politikerbashing zu betreiben ist mittlerweile zur Dauerschleife geworden. Den Politikern, die vor Ort waren per se einen Hintergedanken vorzuwerfen, kann ich nicht nachvollziehen. Das Argument, dass es jeden Tag schlimme Nachrichten gibt, die kaum Beachtung erhalten, stimmt. Doch was hat das genau mit dem Absturz zu tun und was willst du damit deutlich machen? Und zu guter Letzt sprichst du von Mutmaßungen der Medien. Du implizierst in deinem Text, dass die Menschen gelitten haben während dem Flug abwärts. Wie kommst du darauf? Sind das nicht auch Mutmaßungen?

    • Hallo Alexander,

      Politiker“bashing“ ganz sicher nicht, jedoch ist es unverständlich warum Minister XYZ dann auch noch da hin muss. Staatschefs OK, natürlich ist es vielleicht hilfreich und notwenig, aber dann hört es mE auch schon auf.
      Schlimme Nachrichten und tausende von Toten jede Woche gibt es leider genug und diese finden- so zumindest meine Meinung- wenig Beachtung. Da wird in einem 15 Sekunden Beitrag mal erwähnt, das heute X Hundert Menschen bei einem Bombeneinschlag gestorben sind oder X Kinder verhungert. Es geht sicher nicht darum- und das war auch niemals die Absicht- das Leid dieses Unglücks „herunter zu reden“, jedoch gibt es viel drum herum.

      Und glaubst Du nicht, das wenn ich einen Piloten höre der gegen sein Cockpit hämmert, oder die Berge immer näher kommen sehe, das es Leid bedeutet? Ich schon, wenn auch vielleicht nur für wenige Sekunden.

  19. Ramona

    Nur weil ein Röcheln auf der Blackbox zu hören war vom Co Pilot-schließt man auf Selbstmord ? kann es nicht sein ,das ein herzinfakt da eine Rolle spielt?Ich begreif nicht wie abscheulich Menschen so schnell jemanden verurteilen können ,wobei der wahre Grund nicht erklärbar ist.Und von den Medien sind wir es ja gewöhnt aus allem einen Vorteil zu gewinnen ,nur um die Quoten zu erhöhen , da wird nie Rücksicht auf die Betroffenen , Trauernen oder Opfer genommen.Ich bin nur schockiert und meine Gedanken sind bei den Hinterbliebenen ,auch wenn ich sie nicht kenne ,

    • „Nur weil ein Röcheln auf der Blackbox zu hören war vom Co Pilot-schließt man auf Selbstmord ?“

      Das wissen wir ja nicht, aber dann hätte die Notöffnung funktioniert, wenn die Tür nicht manuell blockiert wird, oder?

      Aber wie Du schreibst, viel Spekulation dabei.

  20. Frank Schneider

    Danke für diese Worte…. Ich stand selbst vor einigen Tagen am Flughafen um Bruder, Schwägerin und zwei kleine Neffen abzuholen… Wenn man ständig auf die Anzeige starrt und auf ein „gelandet“ wartet und nichts landet…. Furchtbar! Ich denke auch, dass die Berichterstattung, wie wir sie heute erleben müssen, nur noch auf Quote abzielt… Kein Mitgefühl für trauernde Angehörige… Schlimm. Der einzige vernünftige Beitrag in diesem Zusammenhang war die Pressekonferenz mit dem Lufthansa-Vorstand… Dort wurden teils dumme Fragen von Journalisten sachlich beantwortet, ohne Spekulationen – Fertig! Ich möchte auch wissen, was wirklich passiert ist … aber erst nach Auffinden des 2. Flugschreibers und nach einer professionellen Aufarbeitung.

  21. Danke. Insbesondere auch über die Nennung der öff-recht. Hatte mich schon gefragt ob ich der einzige bin der sich aufregte als der Reporter mittags sagt es sei ihm gelungen Infos zu beschaffen aus Haltern.
    https://twitter.com/andreas_huber/status/580375165130928128
    Späte am Abend hörte ich den Tagesthemen dass manche angehörigen der Kinder aus den Medien erfahren hätten, dass Eine Schulklasse unter den Opfern sein könnte! (Wie gesagt sogar die Tagesschau hatte spekuliert und sich Infos beschafft)

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