Reise

Review: Finnair neue Business Class im A330-300


Nachdem ich die letzten Wochen und mit bekannten Airlines unterwegs war und daher durchweg solide aber eben keine neuen Produkte erlebt habe, hier mal wieder etwas neues in der „Sammlung“. Heute geht es mit der Finnair, ebenfalls einer Airline aus der oneworld Allianz zu einem geschäftlichen Kurztrip nach Asien. Genauer geht es nach Thailand und dort nach Bangkok.

Auch diesmal startet die Reise in Berlin Tegel, wie fast immer. Der CheckIn und die Abfertigung des Fluges findet im Terminalbereich D statt, also etwas abseits des eigentlichen A-Hauptterminals.

CheckIn, Lounge und Boarding:

Die Aufgabe meines Gepäcks, denn eingecheckt bin ich schon online, ist völlig unkompliziert und bei meiner Ankunft ca. 90 Minuten vor Abfug herrscht gähnende Leere am Schalter. Am Eco Schalter stehen 2 Paxe an, die beiden anderen Schalter sind leer. Also ist das Gepäck sehr zügig aufgegeben und ich mache mich auf den Weg zurück in den Bereich des Terminals A in die Lounge. Auch diesmal, denn Finnair ist eben oneworld Partner geht es in die, von British Airways betriebene und hier schon oft beschriebene Lounge. Kurzer Snack, Coke und eine Zeitung und schon geht es kurze Zeit später wieder zurück in den D Bereich. Anders als im Hauptterminal ist hier nicht vor jedem Gate eine Sicherheitskontrolle, sondern eine zentrale und die hat einen Fasttrack, welcher ebenfalls mit nur einer Dame vor mir vollkommen leer ist. Bei dieser Dame fand man dann einen Zirkel in der Tasche und der ist bekanntlich spitz. Diesen bekam Sie wieder mit dem Hinweis, Sie möge doch bitte an Bord keinen damit verletzen. Ah ja…

Wir boarden pünktlich und besteigen am Gate D73 gleich den Bus. Aufgrund der kleinen Maschine auf dem ersten Stück, ist hier auch nur ein Bus nötig und alle fahren gemeinsam in Richtung Flugzeug.

Leg 1: TXL – HEL, AY 2912

Geflogen wird die Strecke mit einem Embraer 170 in einer 2-2 Bestuhlung. In der BusinessClass, welche nur aus 2 Reihen besteht und sich außer durch den Vorgang durch nichts vom Rest der Kabine unterscheidet, sitzt neben mir noch ein Herr. Sachen verstaut, auf 1A Platz genommen und schon geht es in die Luft. Keine 10 Minuten später steht das Essen auf dem Tisch. Es ist ja jetzt 12:30 Uhr und somit gibt es ein warmes Mittag. Auch wenn es erst gar nicht so aussah, es war tatsächlich (bis auf den Brokkoli) sehr lecker. Dazu eine Coke wie immer und ich bin zufrieden. Die Sitze sind nix besonderes und einfach ein Kurzstreckensitz. Grund gäbe es hier (außer wenn es ein Zubringer ist) keinen für die Business, denn außer dem warmen Essen gibt es eben nichts, was sich unterscheidet und die die Lounge darf der Statuskunde ja sowieso.

Nach einem kurzen Flug landen wir überpünktlich in Helsinki. Was mich verwundert- anders als in London oder anderen Umsteigeflughäfen gibt es hier nicht nochmals eine Sicherheits- nur eine Passkontrolle und schon befinde ich mich im Bereich 2b des Terminals, welches Finnair hier für die Langstreckenflüge nutzt.

Helsinki Finnair Lounge

Direkt am Gate 36, unserem Abfluggate später, befindet sich die Finnair Business Lounge. Diese hat nicht nur einen Blick auf die wartenden Maschinen, wie auch unsere, sondern ist auch selbst sehr schön gestaltet. Unterteilt in unterschiedliche Bereiche zum Essen, ausruhen und entspannen oder aber arbeiten ist diese ausreichend groß und zumindest bei meinem Besuch nicht überfüllt.

Am Buffett gibt es neben Salat und kleinen Snacks jedoch kein weiteres warmes Essen, sieht man von der Suppe einmal ab. Diese war aber sehr lecker und auch der Kuchen und die kleinen Snacks waren vollkommen in Ordnung. WLAN ist übrigens nicht nur in der Lounge sondern am kompletten Flughafen kostenlos und in einer recht ordentlichen Geschwindigkeit verfügbar. Wer sich vor dem Flug noch frisch machen möchte, dem stehen auch Duschen in der Lounge zur Verfügung, so dass man entspannt weiter reisen kann.

Neben einer ganzen Reihe von alkoholfreien Softdrinks (aus einer Zapfanlage), Kaffee und Tee und verschiedenen Säften steht auch eine Auswahl von Wein zur Verfügung. Diese kommt ebenfalls aus einer Zapfanlage. Die in der Lounge vorhandene Bar serviert dem (Finnair)Gast kostenlos Longdrinks und auch Champagner. Alle andere Gäste (auch oneworld Kunden) müssen jedoch den Alkohol (außer Wein und Bier) hier zahlen, der ist nur für die eigenen Passagiere kostenfrei. Mich stört das überhaupt nicht, trinke ja eh keinen und bin auch hier mit Saft, Softdrinks und Espresso glücklich. Cola fällt heute hier aus, gibt nämlich Pepsi.

Leg 2: HEL – BKK mit der AY95 und der neuen BusinessClass

Mit einer ganz kleinen Verspätung von 10 Minuten startet das Boarding. Es stehen drei Schalter für die Eco und einer für Business und Statuskunden zur Verfügung. Als einer der ersten betrete ich die, sehr freundlich und aufgeräumt wirkende Kabine. Die Art und Weise der Sitze ist ähnlich Brussels Airlines, der Sitz auch etwas mit United zu vergleichen. Die Anordnung der Sitze variiert nach Reihen. In der Reihe eins geht es mit 2-2-1 los, die Reihe dahinter ist etwas versetzt und im Muster 1-2-1 angeordnet.

Wer allein unterwegs ist, dem empfehle ich die Einzelsitze 2, 4 oder 6 A, denn diese sind immer hinter dem 2er Paar davor und bieten links und rechts viel Ablagefläche. Auf der rechten Seite der Maschine (Sitze mit L) sind diese als auch als Einzelsitze angeordnet, haben aber dort nur an einer Seite die Ablagefläche und somit sitzt man entweder direkt am Gang oder eben am Fenster.

Der Sitz:

Ich bin mit meinem Sitz auf 4A somit mehr als Glücklich und habe rechts und links viel Ablagefläche. Wo wir gerade bei Ablagen sind. Unter dem Vordersitz ist jeweils ein Fach zum verstauen der Schuhe vorhanden, oben ist (bei A rechts und links, bei L rechts oder links) Platz für Zeitungen oder kleinere Utensilien. Im Rückenbereich meines Sitzes dann auch noch einmal kleine Fächer. Links von mir mit Steckdosen welche mit internationalen Steckern (EU, UK, US) genutzt werden können und daneben eine USB Steckdose.

Bedient wird der Sitz mit einem Pad am linken oder rechten Rand und bietet neben der festen Einstellung für Start- und Landung, Loungeposition oder Bett auch noch individuelle Möglichkeiten zur Anpassung. Ebenfalls ist eine sehr angenehme Massagefunktion enthalten, welche im Sitz- aber auch im Bettzustand funktioniert. Eine indirekte Beleuchtung ist in den Ablagefächern an der Rückseite angebracht, ebenso eine Leselampe mit dreistufiger Helligkeit und in diversen Richtungen schwenkbar. Apropos schwenkbar, das ist in der Neigung auch der Monitor, so ist auch im Schlafmodus des Sitzes ein angenehmes sehen möglich.

Wird der Sitz zum Bett umgebaut, so schiebt sich der Fußbereich unter den Vordersitz und schafft eine „Höhle“ für die Füße. Diese ist zwar ausreichend, aber auch nicht übermäßig groß, so dass Menschen die mit großem Fuß unterwegs sind, schon oben oder an den Seiten anstoßen können.

Der Sitz selbst in in allen Positionen recht angenehm. Arbeiten, Essen oder TV ist somit unkompliziert und sehr bequem möglich. Wer deutlich größer als 1,90m ist oder etwas „breiter“, der wird aber auch hier schnell anstoßen und sollte vielleicht eher einen Sitz im Mittelblock wählen. Die Reihen 1, 3, 5 oder 7 sind hier zum Gang hin offen und bieten somit in der Schlafposition etwas mehr Bewegungsfreiheit, mir macht das wie gesagt nichts aus bei meiner Größe.

Decken, Kissen und Amenitykit

Einen großen Vorteil bietet Finnair gegenüber vielen anderen. Die Decken sind grandios und mehr als warm. Dicke und gesteppte Decken bieten einen erholsamen Schlaf und auch das Kissen ist ausreichend groß und weich. Bei einigen Airlines sind die Decken so dünn, das der Sinn der Decke schon kaum noch gegeben ist, das machen die Finnen besser- sind ja auch gewohnt das es kalt wird.

Das Amenitykit hingegen ist eher schlechter als bei anderen. In der Standardvariante befindet sich das bereits am Sitz wenn der Gast einsteigt und ist aus Papier. Ja- richtig gelesen, aus einem Papierbag. Begründet wird es mit Umweltgesichtspunkten und ist ja auch nicht schlecht, da es eh oft weggeworfen wird.

Dennoch ist ausser Socken, Ohrenstöpseln und einer Schlafbrille nichts drin. Keine Cremes, keine Zahnbürste. Diese Sachen lassen sich auf Nachfrage aber bekommen, dennoch wäre es einfacher die entweder in den Toiletten auszulegen oder aber mit im Kit zu verteilen, das können andere deutlich besser.

Das Inflight-Entertainment

Der Monitor ist nicht überragend groß aber ausreichend und lässt sich in Neigung und auch der Helligkeit gut anpassen. Bedient wird dieser entweder mit der Fernbedienung im Sitz oder aber mittels touch. Das recht umfangreiche Angebot bietet neben internationalen Filmen aus unterschiedlichen Kategorien auch noch TV Sendungen, Dokus, News und dergleichen. Auch Spiele und Unterhaltung für die mitreisenden Kinder hat Finnair hier integriert. Das Versenden von SMS und Mails ist über die Kreditkarte möglich- wer es denn braucht. Auch Telefonate von Sitz zu Sitz sind möglich, so könnte man, wenn man denn wollte auch mit anderen Mitreisenden sprechen- keine Ahnung ob das je jemand genutzt hat.

Eine ordentliche aber nicht herausragende Landkarte zeigt die aktuellen Flugdaten und weitere Infos zur Position. Ebenfalls ist eine Frontkamera und eine unter der Maschine vorhanden, welche gerade bei geringerer Reisehöhe recht ordentliche Ausblicke lieferte.

Das Essen:

Nachdem es vor dem Start die Auswahl von Wasser, O-Saft oder Champagner (Joseph Perrier Vuvée Royale Brut Vintage 2000) gab, wurden dann mit dem L‘amuse-bouch (welches aus leckeren Gemüsechips bestand) auch die hübsch gestalteten Speisekarten gebracht. Unterteilt in eine Speisekarte und eine Weinkarte ging es nun an die Menüzusammenstellung.

Die Vorspeisen bestehen aus einem Salat mit leckerem Dressing, einer cremigen und sehr guten Pilzsuppe mit wirklich frischen Kräutern und norwegischen Spezialitäten. Auch wenn der Vorspeisenfisch nicht ganz meinen Geschmack getroffen hat, war alles andere doch mehr als schmackaft.

Auch Finnair serviert einen Teil des Desserts, den Käse, gleich zu Beginn mit, lässt den aber erfreulicherweise abgedeckt und so kann man diesen entweder wegstellen oder einfach später essen. Der Käse- soviel vorweg- war nichts besonderes und teilweise gut, teilweise etwas trocken. Dafür gab es bei der wunderbaren Pilzsuppe auch problemlos noch eine zweite und bei mir noch eine dritte Portion heute.

Bei den Hauptgängen stehen drei Gerichte zur Auswahl. Dabei geht es mit dem gebackenem Lacks mit Spargelpüree und Spinat los. Wer keinen Fisch mag, dem steht auch ein Pastagericht (Rucolaravioli mit tomatiger Sauce) oder aber Fleisch zur Verfügung. Meine Wahl heute das Schwein. OK, zumindest ein Stück davon und dieses serviert mit Karotten und Brokkoli (der leider wieder verkocht war) und einem sehr guten Kartoffelgratin.

Zum Abschluss fiel meine Wahl heute auf den Erdbeerkuchen statt der frischen Früchte und einen Espresso. Beides sehr lecker und in der Business oft immer noch ungewöhnlich. Kaffee und Tee gibt‘s ja nahezu bei allen Airlines, Cappuccino oder Espresso meist nicht. Alles in allem eine solide und gute Leistung von Finnair und durchaus vergleichbar mit anderen Carriern wie British Airways und dergleichen.

Zum Frühstück vor der Landung bestand dann die Auswahl zwischen der warmen Variante eines Omeletts, gefüllt mit Mozarella, Tomatensalsa und Kartoffelrosti und einer kalten Variante. Das war meine Wahl, denn gefühlt ist es ja 2 Uhr nachts und da bin ich mit etwas leichtem wie Joghurt mit Beeren und etwas Müsli ganz glücklich.

Die fünfsprachige Weinkarte bietet neben zwei Weissweinen (einem Leon Beyer Riesling und einem 2009er Chardonnay) auch zwei Rotweine an. Hier der Château Vieux Robin 2003 oder aber der italienische Valpolicella Classico Ripasso aus 2010. Nach dem Hauptgang wurden dann noch einige Dessertweine offeriert, ganze 4 heute, wobei nur der Lenz Moser Prestige Beerenauslese aus Österreich und der Niepoort Colheita 1998 in der Karte zu finden waren. Wer noch etwas anderes an alkoholischen Getränken und Spirituosen mag, der kann sich zwischen Cognac, 18 oder 15 Jahre altem Whisky, Calvados, Vodka, Gin oder Rum und einigen mehr entscheiden. Auch Bier gibt es natürlich, wie auch Campari oder Underberg. Somit sollte auch bei den Getränken für jedermann etwas dabei sein.

 

Der Service und Fazit:

Von Beginn an freundlicher und zuvorkommender Service der auch bei Extrawünschen keinerlei Fragen und Wünsche offen lies. Alle wichtigen Ansagen an Bord waren dreisprachig (finnisch, englisch und thailändisch) und somit wohl auch für alle zu verstehen.

Die Kabine und auch der Sitz gefällt mir persönlich sehr gut, wirkt aufgeräumt und durch die farbliche Gestaltung sehr freundlich und einladend. Obwohl ich sonst eher kleine Kabinen mag, ist auch diese hier mit den 7 Reihen nicht überfrachtet und bietet genug Platz. Durch die ausreichende Anzahl von (während des ganzen Fluges sehr sauberen) Toiletten war auch hier keine Wartezeit vorhanden.

Wer also demnächst von Europa nach Asien unterwegs ist, der sollte ruhig einmal den geografisch kürzesten Weg über Helsinki in seine Auswahl mit einbeziehen und überlegen, ob der diese Airline nicht für sich einmal testen möchte.

Flugdaten und Preis:

11. 2012 TXL – HEL – BKK
11. 2012 BKK – HEL – TXL

Gebucht über cubeTravel mit einem Special von 1.646 EUR (zzgl. 503 EUR Steuern und Gebühren) ein durchaus passendes und attraktives Angebot und eine echte Alternative zur immer noch inakzeptablen alten und nicht besonders tollen neuen BusinessClass der Kranichairline. Der Vorteil gegenüber den arabischen Anbietern besteht für mich in dem langen Teilstück von 9:25 Std. Flug HEL-BKK. Da kommt man wenisgtens zum schlafen und muss nicht nachts nach 6 Std. Flugzeit auf dem Airport warten, um dann weitere 6 Stunden zu fliegen.

Hier noch ein paar Fotos aus der Luft:


6 Kommentare on Review: Finnair neue Business Class im A330-300

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