Reise

Review Swiss Business Class, Airbus A330


In diesem Jahr gab es eine Reihe von Reviews zu den Business- und FirstClass Produkten der verschiedenen Airlines. Das letzte in der First war meine Rückreise aus Bangkok mit Thai, in der Business die Hinreise nach BKK mit der neuen BusinessClass von Finnair. Eine Airline fehlte aber noch bei den Reviews in Business, denn die neue FirstClass bin ich nun schon mehrfach geflogen, es handelt sich dabei um das aktuelle BusinessClass von der Lufthansatochter Swiss. Nun, auf meinem Weg heute von TXL via ZRH nach New York lässt sich dieses nachholen.

Der CheckIn

Wie immer „startet“ die Reise gestern mit dem Online-CheckIn über die App der Lufthansa. Die Bordkarte folgt sogleich auf das iPhone und die dort hinterlegte App „Passbook“. Eine schöne Einrichtung, denn die Karte ist somit immer unkompliziert über den Lockscreen verfügbar. Nach der morgendlichen Anreise zum Flughafen Tegel geht es dann auch direkt zum Gepäckaufgabeschalter der Lufthansa. Das Gepäck verschwindet schnell in den Tiefen des Flughafens und wir bewegen uns auch sogleich in die Lounge der Mutter Lufthansa.

Auch mein Mitreisender, der sonst in die C Lounge gegangen wäre, erhält heute Zutritt in die Senator Lounge der LH, da man im BusinessClass Bereich die Teppiche austauscht. Lufthansa rechtet wohl auch noch nicht so schnell mit einem Wegzug aus TXL und so schleppten die Handwerker den alten Teppich raus und neuen rein. Mindestens 10 Monate wird man ihn in jedem Fall ja nutzen können, vielleicht auch länger.

Die Senator Lounge TXL

So früh am Morgen brauche ich außer Kaffee und einigen Kleinigkeiten eigentlich ga nix. Das ist alles hier zu bekommen. Das Frühstück gibt es in Form eines kleinen Buffets mit Wurst, Käse, Cornflakes, dazu Obst und Joghurt, was will man mehr am frühen morgen.

Die Lounge selbst ist wie alle Lufthansalounges ausgestattet. Dunkle Sessel, Tische mit Stühlen zum Essen, ein Raucherbereich und kostenfreies WLAN sind die Ausstattungsmerkmale die man in vielen Lounges der Starallianz findet, so auch hier. Nach kurzer Pause geht es dann auch in Richtung A13, wo ohne großes Anstehen die Sicherheitskontrolle abläuft. Unser Flugzeug für den ersten Teil des Fluges, TXL-ZRH steht dann auch schon zum Einsteigen bereit.

Teil 1 des Fluges, TXL-ZRH

Heute mal mit einer hübschen Maschine der Edesweiss Air, welche für Swiss den Flug der LX975 heute durchführt. Die Kabine erstrahlt beim Betreten in einem recht ansprechenden Blau, der Mittelsitz bleibt wie üblich in den vorderen Reihen leer und bietet somit ausreichend Platz. Wir nehmen also auf 1 D und F Platz, wobei genug Platz vorhanden war, denn in der gesamten Business waren außer uns nur noch eine weitere Familie, sonst niemand.

   

Der Service war aufmerksam und freundlich während des gesamten, wenn auch kurzen Fluges. Zum Frühstück gab es dann neben Müsli und Obst, noch Käse, Croissants, Marmelade und bei bedarf weitere Backwaren. Positiv überrascht hat mich der Kaffee, der gar nicht so wie „aus der großen Kanne abgestanden“ geschmeckt hat, aus welcher Maschine der auch immer kam.

In Zürich landen wir dann auch fast pünktlich und haben zum Glück keine Außenposition. Eine weitere Sicherheitskontrolle gibt es zu unserer Freunde auch nicht mehr und so geht es erst einmal in die Lounge(s). Zuerst schauen wir uns dann einmal die Swiss Business Lounge im A Bereich an. Diese überzeugt durch eine schöne Ausstattung, Bereiche zum entspannen, Essen, kostenfreies WLAN mit Voucher und eine ansprechende Essens- und Getränkeauswahl. Duschen sind- wer denn mag- auch vorhanden und so lässt es sich zwischen zwei Flügen noch schnell frisch machen.

           

Auf dem Weg in die nächste Lounge und unseren späteren Abflugbereich beim Gate E23 geht es zunächst einmal durch die Passkontrolle. Diese geht heute schnell und unkompliziert und ohne Anstehen. Es sind mehr als nötig Schalter geöffnet und in typischer Schweizer Freundlichkeit (die ich ja sehr mag) geht es schnell in den Zug, der uns in wenigen Minuten in den Bereich der E-Gates bringen soll. Dort angekommen noch eine (Roll-)treppe hoch und ab in die Panorama Lounge. Diese ist eine gemeinsame Lounge verschiedenster Airlines und bietet nicht nur den Gästen von Swiss eine Wartemöglichkeit. Das Angebot an Speisen und Getränken ist etwas spärlicher als bei Swiss, aber der Ausblick auf das Rollfeld und die Startbahn entschädigen hierfür wiederum.

Aufgrund der Verspätung von knappen 50 Minuten geht es dann auch etwas später zum Gate und wir passieren noch einmal eine kurze Kontrolle vor dem Gate. Hier kontrolliert man den Pass und fragt nach dem Aufenthalt in den USA, dann geht es ans Gate. Getrennt werden am Gate E23 die Passagiere der Business- und First auf der einen, und die der Economy auf der anderen Seite geboardet, einsteigen erfolgt dann aber wieder durch einen gemeinsamen Finger.

An Bord

Nach dem Einstieg einen kleinen Schritt nach Links, so kommen wir in den vorderen Teil der BusinessClass Kabine. Dieser besteht nur auch zwei Reihen in einer 1-2-1 bzw. 2-2-1 Bestuhlung. Wir befinden uns somit in einer sehr kleinen Kabine direkt hinter der FirstClass, welche mit 8 Sitzen ausgestattet ist.

Der Sitz und die Anordnung

Der Vorteil dieser Sitzanordnung ist der, das dem Bedarf und Wunsch der Reisenden Rechnung getragen werden kann. Dabei finden sowohl der Einzelreisende einen Passenden Platz, entweder mit viel Anlagefläche rechts und links (4A) oder direkt am Fenster mit Etwas Abstand zum Gang (z. Bsp. 5 K). Wer zu zweit reisen möchte, der sucht sich Plätze in der Mitte, oder aber in dem 2er Bereich am Fenster aus und so sitzen wir heute 5 D, F. Direkt hinter der Kabine befinden sich zwei Toiletten, so dass auch hier kaum Wartezeiten entstehen.

Der Sitz ist ähnlich dem von Brussels, Finnair oder auch dem zukünftigen Sitz der Austrian Airlines.

Beim herunterfahren des Sitzes schiebt sich der Fußbereich unter den Ablagebereich des Vordersitzes. Es bleibt aber dennoch genug Platz um seine Beine auszustrecken und auch das umdrehen im Schlaf ist problemlos möglich,. Im Sitz selbst sind oben neben dem Monitor Ablagefächer für Zeitschriften vorhanden, unten findet sich ein Extrafach für die Schuhe, so dass diese nicht irgendwo rumstehen oder in die Gepäckablage müssen. Ablagefläche gibt es daher auch neben dem Sitz ausreichend, wobei ein Staufach für die Wasserflasche recht hilfreich wäre, vielleicht so wie es Brussels gelöst hat. Jedoch ist unter dem Monitor noch ein schmales Fach, worin sich schon beim Einsteigen die Kopfhörer und das Amenity Kit befanden. Auch hier- wie bei Lufthansa- finde ich es immer noch schade, dieses nicht verteilt wird, sondern schon da liegt.

Steckdosen finden sich in Form eines USB und iPod Anschlusses unter dem Bildschrim. Dieser ist ausreichend groß, da man ja nicht weit weg sitzt, ist aber nicht mit einer Touchfunktion ausgestattet. Das Smartphone muss somit nicht an der Steckdose, welche sich im Rückenbereich befindet geladen werden, sondern findet hier genug Strom. Bei der Steckdose selbst, welche unter der Leselampe im hinteren Bereich angeordnet sit, handelt es sich um eine internationale Variante. Hier lassen sich diverse Stecker aufladen, ohne das ein Adapter gebraucht wird.

Den Tisch klappt man über einen extra Knopf nach außen, dieser schwenkt sich dann aus der Ablage hervor und wird dann ausgeklappt. Auch bei ausgeklapptem Tisch lässt sich der Sitz verlassen, so das man nicht warten muss, bis abgeräumt ist. Positiv, denn engt ein nicht verschiebbarer Sitz doch meist etwas ein.

Der Sitz selbst wird über Zwei Bedienpanels gesteuert. Eines in der Ablage, ein weiteres in der Rückenlehne, denn so lassen sich Sitzhärte und weitere Einstellungen auch im Liegen vornehmen. Eine Massagefunktion gehört ebenfalls zur Ausstattung des Sitzes. Neben drei Positionen Bett, Lounge und Start/Landung sind auch individuelle Möglichkeiten zur Einstellung des Sitzes an den persönlichen Bedarf vorhanden.

   

Die dimmbare Leselampe ist mit einem biegsamen Arm versehen und kann so in verschiedenen Sitzpositionen genutzt werden. Der Monitor ist, anders als beim neuen BusinessClass Produkt der Lufthansa, in der Neigung verstellbar, auch Filme gucken im Liegen ist somit kein Problem.

Das Inflight Entertainment ist OK, aber eben auch nichts Besonderes. Die Auswahl der Filme ist genug um etwas passendes zu finden, besonders aktuell ist es aber nicht und auch die Auswahl können einige Mitbewerber durchaus besser. Für mich ist aber das IFE eh kein Grund für oder gegen eine Airline, da ich meist genug anderes zu tun habe, lese oder einfach mal schlafe.

   

Das Amenity Kit

In der beigen Tasche, die eigenartigerweise ohne das Logo der Airline auskommen muss, befinden sich die üblichen Utensilien. Zahnbürste und -pasta, Augenmaske, Ohrstöpsel, Lippenpflegestift und Ricola Kräuterbonbons. Auf Nachfrage ist jedoch Rasierset, Nagelfeile, Schuhanzieher oder Kamm zu bekommen, nur findet sich das eben nicht mehr in den Kits. In den Waschräumen sind zudem Cremes etc. zu finden. Die Marke des Kits, nur zur Info, ist QWSTION. Ich bin mir sicher, einer meiner Kinder wird es für Stifte oder irgendwelches Spielzeug gebrauchen können.

 

Das Essen

Nachdem es eine Auswahl an Nüssen oder Chips gleich nach dem Start gab, verbunden mit der Frage nach Champagner, Wasser oder O-Saft vor dem Start (oder eben Coke für mich, wie immer) folgte sogleich die Menükarte.

In der Auswahl bei den Vorspeisen fanden sich heute Mostbröckli-Appenzeller-Carpaccio mit Krautsalat und Apfel-Haselnuss Vinaigrette oder aber auch Batik-Lachstatar mit Wasabirahm. Zudem folgte ein Salat mit Wallnüssen und Kirschtomate und einem Essig-Öl Dressing. Meine Wahl fiel auf das- sehr leckere- Carpaccio. Die Hauptspeisenauswahl umfasste vier Hauptgerichte.

Meine Wahl heute fiel auf die Roulade, wobei es wohl ein Geheimnis der Schweizer bleibt, warum das „Ding“ nun gerade „Fleischvogel“ heißt. Sowohl der „Vogel“, als auch das Kartoffelpüree waren sehr gut. Mein Mitreisender war auch von dem- hervorragend gebratenen Rinderfilet sehr angetan und berichtete auch, dass seine Vorspeise (dar Lachs) war sehr gut.

Nicht das ich nun genug gegessen hätte, weiterhin folgten noch ein hervorragendes Toblerone-Mousse mit Mandarinenkompott und später im Verlauf der Reise Eis der Marke Mövenpick.

       

Ich weiss gar nicht mehr, wie oft nach Getränken und weiteren Wünschen gefragt wurde, so oft war es. Besonders schön finde ich ja immer noch, das neben Kaffee, Tee und alkoholfreien Getränken auch Espresso zu bekommen ist. Bei der Auswahl der Weine stehen zwei Weiss- und drei Rotweine zur Verfügung, dazu weiterhin der Portwein Niepoort Tawny. Als Champagner wird der Duval-Leroy Brut gereicht, nach Aussage meines Mitreisenden ein gut zu trinkender Tropfen.

Fazit

Angefangen vom freundlichen und lächelnden Personal über die Ansprache mit dem Namen, bis hin zu einem durchdachten und zügigem Service war der Flug ein sehr angenehmes Erlebnis. Auch wegen des guten Produktes, der kurzen Wege am Flughafen Zürich und einem alles in allem stimmigen Gesamtkonzeptes ist eine Reise mit der Swiss in Business- wie auch in FirstClass durchaus immer wieder zu empfehlen. Gerade für alle, die ex Deutschland sowieso mit Umsteigen reisen (müssen), für die bietet sich Zürich sowohl gen Westen als auch gen Osten an. Im Vergleich zum alten Lufthansa BusinessClass Produkt, aber auch im direkten Vergleich zum neuen Sitz der Konzernmutter ziehe ich das Swiss Produkt definitiv immer vor.

Daten zum Flug:

Ticket als Special in P Klasse gebucht
Hinreise TXL-ZRH-JFK mit Swiss
Rückreise am 1. 1. mit United (Review aus August)
Preis: 1.799 EUR inkl. aller Steuern und Gebühren


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