Reise

Review: Das Restaurant Facil im The Mandala Berlin


Lange geplant, immer wieder verschoben da entweder keine Zeit, andere Verpflichtungen oder was auch immer. Endlich haben wir es heute einmal geschafft das Sternerestaurant Facil zu besuchen und- soviel vorweg- die vorzügliche Küche zu genießen.

Das Restaurant:

Das Facil befindet sich im Herzen Berlins. Auf der 5. Etage des The Mandala Hotel am Potsdamer Platz gelegen, offeriert Küchenchef Michael Kempf eine faszinierende Küche. Schwerpunkte sind nicht nur die regionale Küche, welche konsequent auf das Hervorheben des Eigengeschmacks setzt, sondern auch außergewöhnliche Kombinationen und exotische Gewürze.

Bereits seit 2003 kocht der, in drei Wochen 35jährige, Küchenchef nach seiner ganz persönlichen Art im Facil. In den Sommermonaten bietet das Restaurant im Innenhof des Hotels ein komplett zu öffnendes Glasdach und somit speisen unter freiem Himmel. Momentan etwas kalt und wir saßen an einem schön gedeckten Tisch am Fenster.

Auf 48 Plätzen bietet das Facil Frühstück (insbesondere für die Gäste des Hotels dessen Review in einem späteren Beitrag folgt), einen Mittagstisch als frei kombinierbare Gänge. Beginnend bei dem 1-Gang Lunch für 19 EUR, schlägt der 2. und 3. Gang mit 10 Eur zu Buche, weitere Gänge können für 13 Eur gewählt werden. Hier mal ein kleiner Auszug aus   der Mittagskarte.

Facil Mittagsmenue

Auszug aus der Mittagskarte des Facil

Das komplette Menü kann auf der Internetseite des Facil’s abgerufen werden.

Menü Abend Facil

Menü am Abend im Facil

Der Besuch zum Lunch eignet sich aufgrund der zentralen Lage nicht nur für Touristen in der Stadt, besonders auch für geschäftliche Termine und Besprechungen. Ich für meinen Teil werde sicher öfter vorbei schauen und geschäftliche Termine einfach hierhin verlegen.

Bei unserem Besuch haben wir uns für ein Menü entschieden. Dieses steht dem Gast am Abend als 4-Gang oder 8-Gang Menü zur Verfügung. Das kleine Menü steht für 86€, das große für einen Betrag von 146€ pro Person zur Verfügung. Wem das eine zu wenig, das andere aber zuviel ist, der kann auch beliebig kombinieren, Gänge weglassen oder andere Speisen aus der Karte dazu wählen.

Vor dem eigentlichen Menü folgt ein Gruß aus der Küche, bzw. richtigerweise zwei nacheinander. Zunächst eine Kombination mit Makrele und im Anschluss frisch gebackenes Brot mit leckerem Aufschnitt.

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Rechts eine Art Hüttenkäse mit Pesto, links ein Aufstrich mit Tunfisch und in der Mitte gesalzene Butter. Auch die Varianten vom Brot sind vielfältig. Egal ob Weiss- oder Vollkornbrot, Laugenbrötchen die etwas an Kastanien erinnern- für jeden ist etwas dabei.

Nach einer weiteren „Kleinigkeit“ folgt ein kleines Süppchen, ebenfalls als Begrüßung aus der Küche. Auch dieses sehr eigenwillig mit hervorheben des Eigengeschmackes und leckeren Gewürzen.

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Dann geht es aber nun mit dem Menü los. Starten werden wir heute mit der TERRINE VON DER GÄNSELEBER, ROTKOHL UND HIBISKUS. Nicht nur die Kombination ist eigenwillig, auch das anrichten des Rotkohls auf kleinen Quadern ist beeindruckend. Welch eine „Fusselarbeit“ muss es sein, die einzelnen Scheiben des Rotkohls so zu stapeln.

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Nachdem die leeren Teller in der Küche verschwunden sind, folgt auf den Fuß der nächste Gang. Weiter geht es mit meinem absoluten Favoriten des ganzen Abends. KAVIAR VON DER AMMERSEE-LACHSFORELLE, MOOR-SIEGLINDE UND BUTTERMILCH. Die Kombination, die Gewürze reizen die Sinne sowohl optisch als auch alle Geschmacksnerven. Diesen Gang wird es sicher bei mir noch öfter geben, als Menü oder vielleicht auch als Einzelgericht oder kleiner Snack zum Mittag.  DSC04793.JPG          DSC04794.jpg

Nicht auf dem Menü und von einem meiner charmanten Begleiter als „Ersatz“ für den Kaviar gewählt- die TAUBE AUS DER LAUSITZ – BEETE, MOHNÖL UND HOLUNDERBLÜTEN. Im nächsten Gang geht es wieder von der Luft ins Wasser und es folg ein Fisch, der immer mehr Einzug in die gehobene Küche hält. In einer eigenwilligen, aber sehr wohlschmeckenden Kombination kombiniert Küchenchef Kempf eine „braune Soße“ mit dem Fisch. SCHWARZER EISMEER-KABELJAU, RETTICH, KORIANDER UND WACHOLDERGEIST DER STÄHLEMÜHLE.

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Das geht heute wie das Brezelbacken und schon folgt nach einer kurzen Pause der nächste Gang. Damit wären wir nun bei Gang Nummer 4 von 8 und haben immerhin schon mehr als 1,5 Stunden in diesem wundervollen Ambiente verbracht. Dabei fällt der besonders freundliche und zuvorkommende Service auf. Fragen werden geduldig beantwortet, Speisen erklärt und der Abend mutet fast schon freundschaftlich an. Es gibt also nun TOPINAMBUR, EMULSION VON PERIGORD-TRÜFFEL UND PREISELBEERE.

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Nachdem wir mit der Taube bereits in der Luft, mit dem Fisch im Wasser waren, geht es nun „an Land“. Der nächste Gang sieht nicht nur gut aus, sondern schmeckt einfach wunderbar. Wie es der Küchenchef schafft, so hervorragend den Eigengeschmack herauszuheben, ist schlichtweg beeindruckend. Der RÜCKEN VOM POLTINGER WILDHASEN, SAUCE MALTESE, SCHWARZWURZEL UND GRANATAPFEL schmeckt genau so gut, wie er aussieht. Allein die Zubereitung der Schwarzwurzel, dazu das interessante und kreative anrichten sind Genuss pur.

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Auch wenn der folgende Gang bei einigen zunächst etwas Stirnrunzeln hervorrufen wird, es sieht lecker aus, ist es auch! Daher einmal eventuelle Vorurteile zurückstecken und am besten einfach genießen. Es gibt also: BEUSCHERL VOM LINUMER WIESENKALB, STECKRÜBE UND MARKKLÖSSCHEN.

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Der Einzige Gang, wovon mir leider ein Foto fehlt, ist der MUNSTER, kombiniert mit QUITTENTARTE UND STAUDENSELLERIE. Dr Käse selbst ist sehr, sehr kräftig und daher ist die Kombination mit dem Tarte die richtige Wahl, wie alle anderen Kombinationen aus dem heutigen Menü auch. Das Team versteht es, eigenwillige und neuartige Kombinationen zu finden und so für unvergessliche Geschmackserlebnisse zu sorgen. Doch ein weiterer Gang steht noch im Menü. Auch hier eine ungewöhnliche Kombination, welche die Geschmacksnerven auf’s neue stimuliert. Neben der schönen und kreativen Zubereitung verspricht schon der erste Blick auf den Teller etwas besonders.

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Wer nun glaubt das Menü endet mit dem letzten Gang, der wird weiter von der Küche, diesmal vom 36jährigen Patissier Thomas Gläser. Seit 2006 ist er im Facil für die süßen Köstlichkeiten verantwortlich.  Nicht nur der kleine „Kuchen“ mit Eierlikör, besonders die Mini-Windbeutel mit Kasis haben es mit angetan. So muss ich wohl nicht nur zum Mittag regelmäßig den Kaviar verkosten, auch den Kaffee am Nachmittag kann ich mit den Miniwindbeuteln sehr lecker genießen.DSC04804.JPG          DSC04805.JPG

Neben einem Espresso zum Abschluss folgt nun noch eine kleine, aber letzte Köstlichkeit. Mehr geht aber auch nun nicht mehr rein. Ich bin so satt, das nicht einmal ein weiterer Miniwindbeutel geht, außer- ja außer die handgemachte Schokolade in drei verschiedenen Variationen.

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Nach etwas mehr als 4 1/2 Stunden verabschieden wir uns somit etwas wehmütig aus dem Facil und bedanken und für die unbeschreiblich guten Kombinationen, die Konzentration auf Eigengeschmack und Gewürze und die gelebte Kreativität. Eines können wir mit Sicherheit sagen- wie kommen wieder!

Die Kosten:

Das 8-Gang Menü ist für einen Betrag von 146 Eur pro Person zu haben, dazu hatten wir zum Start 3 Gläser und über den Abend 2 weitere Flaschen des köstlichen „2009er Forster Pechstein Sekt“ vom Weingut Reichsrat von Buhl. Das Glas ist für 9, die Flasche für 50 Eur zu haben. Dazu gab es 4 Flaschen Wasser der Marke Glashäger Medium und 3 Espressi zum Abschluss. Dieser grandiose Abend mit 3 Personen war die 613 Eur mehr als wert.

Wie kommt man hin?

Der Potsdamer Platz ist mehr als zentral und daher sehr gut zu erreichen. Vom Hauptbahnhof Berlin sind es keine 5 Minuten mit dem Bus oder Taxi. Auch Berlin Tegel (TXL) ist in 20 Min. mit dem Taxi zu erreichen. Berliner und Besucher nutzen die U2 bis Potsdamer Platz oder auch die S2/ S21 bis Potsdamer Platz.


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